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Das Blutdruckmessgerät für den Blick in die Arterien

arteries

Detaillierte bildgebende Diagnostik der pAVK ist mit Aufwand und hohen Kosten verbunden und eignet sich deshalb nicht für Reihenuntersuchungen in der täglichen Praxis. VASCASSIST ermöglicht Ihnen dagegen Gefäßdiagnostik, die auf der automatischen Blutdruckmessung beruht, aber sehr viel mehr Informationen als diese bietet.

  • Bestimmung des Blutdrucks über vier gleichzeitig angelegte Manschetten an jeweils beiden Oberarmen und Fußknöcheln
  • Vollautomatische Berechnung des in vielen Leitlinien geforderten Knöchel-Arm-Index als spezifischer Indikator der pAVK
  • Messung der Pulswellengeschwindigkeit als Parameter der arteriellen Gefäßsteifigkeit und als weiterer Indikator arterieller Gefäßstenosen
  • Visualisierung der Pulsdruckkurven zur diagnostischen Interpretation
  • Pulsfrequenz und Rhythmusstörungen darstellbar
  • Blutdruck-Seitenvergleich recht/links

Aus diesen und weiteren Informationen lassen sich

  • vielfältige Aussagen zum Zustand der Arterien ableiten ("Gefäßalter"),
  • der Grad einer Gefäßstenosierung bestimmen,
  • Hinweise über Kollateralbildung finden,
  • das individuelle kardiovaskuläre Risiko abschätzen
  • oder seltene Formen arterieller Erkrankungen diagnostizieren.

Was können Sie mit dem Vascassist herausfinden?

(exemplarische Messprotokolle der optionalen Software Vascviewer)

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Unauffälliger Befund

Alle Messwerte von Knöchel-Arm-Index und Pulswellengeschwindigkeit liegen im grün hinterlegten statistischen Normbereich. Keine Hinweise auf arterielle Gefäßerkrankung.

Die Pulswellengeschwindigkeit wird im Diagramm nicht als Absolutwert dargestellt, sondern auf Alter, Geschlecht und aktuellen Blutdruck normiert (relative Abweichung vom Normwert in [%]). Daraus ergibt sich die Möglichkeit,  pathologische und alters-untypische Veränderungen leicht erkennen zu können.

Die verwendeten Ampelfarben grün-gelb-rot vermitteln auch dem Patienten ein Verständis für das Messergebnis.

 
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Arterielle Gefäßversteifung

Die Messwerte liegen oberhalb des (grünen) Normalbereichs, die Pulswellengeschwindigkeit ist beidseits auffällig erhöht.

Im Rahmen des atherosklerotischen Prozesses können diese Befunde  in einer frühen Phase auftreten und bedürfen der weiteren regelmäßigen Überwachung. Die erhöhte Pulswellengeschwindigkeit kann als Frühzeichen einer pAVK interpretiert werden.

Als arterielle Gefäßversteifung kann dieser Befund jedoch auch einer eigenständigen Pathophysiologie zugeordnet werden, die mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko einhergeht und therapiert werden sollte.

Die Pulswellengeschwindigkeit eignet sich übrigens genauso wie der Augmentationsindex zur Diagnostik der arteriellen Gefäßsteifigkeit, letzterer ist jedoch wesentlich schwieriger zuverlässig zu bestimmen (siehe Studienergebnisse). 

Der Vascassist bietet Ihnen damit derzeit vielleicht die schnellste und einfachste Möglichkeit, arterielle Gefäßsteifigkeit zu diagnostizieren!

 
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Leichte pAVK

Die Messwerte "wandern" in den roten Quadranten und kennzeichnen damit eine beginnende bis leichte pAVK. Die Messwerte der rechten Körperseite (grüne Kreise) zeigen deutlich niedrigere ABI- und PWV-Werte, als die der linken Körperseite (gelbe Sterne), und weisen damit auf eine ausgeprägtere Gefäßstenose auf der rechten Körperseite hin.

Je weiter die Messwerte im roten Bereich liegen, umso ausgeprägter ist die pAVK.

 
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Ausgeprägte pAVK

Dieses Messprotokoll zeigt unzweifelhaft typische Messwerte einer ausgeprägten arteriellen Verschlusskrankheit. Der Knöchel-Arm-Index liegt beidseits jeweils bei rund 0,5 bis 0,7, die Pulswellengeschwindigkeit liegt im statistischen Vergleich rund 70% unter dem Wert, den ein gleichaltriger Proband mit gleichem Geschlecht und gleichem Blutdruck erwartungsgemäß hätte.

Hier wird ergänzend zum vorherigen Diagramm auch deutlich, dass sich die Messwerte bei fortschreitender pAVK mit deren Schweregrad entlang einer Diagnonale vom grünen Normbereich in den roten Bereich links unten bewegen.

Da bei schwersten Durchblutungsstörungen der Beine am Knöchel kaum noch messbare Pulsationen vorliegen, lässt die Messgenauigkeit der automatischen Blutdruckmessung naturgemäß bei ABI-Werten kleiner etwa 0,4 deutlich nach. Im Sinne der Aufgabe des Vascassist, asymptomatische Gefäßschäden im Screening frühzeitig zu entdecken und deren weiteren Verlauf zu dokumentieren, ist dieser Messbereich für die tägliche Praxis völlig ausreichend. Bei deutlichen Anzeichen für eine pAVK empfiehlt sich ohnehin eine weitere detaillierte bildgebende Dignostik zur genauen Lokalisation der arteriellen Engstellen (Angiographie).

 
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Subclavia-Stenose

Die Werte der Pulswellengeschwindigkeit der linken Körperseite (gelbe Sterne im linken Diagramm) liegen am obersten Diagramm-Rand. Es handelt sich aber nur um eine scheinbare Erhöhung der Pulswellengeschwindigkeit:

Tatsächlich wurde die Arm-Druckkurve durch Verengung der Arm-Arterie (z.B. Subclavia-Stenose oder Thoracic-Outlet-Syndrom) soweit zeitlich verzögert, dass sich rechnerisch eine sehr kleine Laufzeitdifferenz und damit eine sehr hohe Pulswellengeschwindigkeit ergibt.

Somit spricht dieser Befund häufig für eine seltenere pAVK der oberen Körperhälfte oder eine mechanische Wirkung auf die dortigen Arterien.

 
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(Kompensierte) pAVK

In manchen Fällen zeigt sich eine pAVK weniger im Knöchel-Arm-Index, dafür jedoch in einer deutlichen Reduktion der Pulswellengeschwindigkeit. Durch die ausreichende Bildung von Kollateralkreisläufen kann die Durchblutung der unteren Extremitäten weitgehend normalisiert sein. Trotzdem ist die deutlich erniedrigte Pulswellengeschwindigkeit hier ein starker Hinweis auf Gefäßpathologien.

Bei vorliegender Mediasklerose mit falsch hohen Werten des Knöchel-Arm-Index kann eine solche Absenkung der Pulswellengeschwindigkeit vielleicht der einzige Screening-taugliche Hinweis auf eine pAVK sein. Ob dies für Diabetiker tatsächlich ein Durchbruch in der kardiovaskulären Versorgung bedeutet, wird derzeit in einer klinischen Studie untersucht (Stand 04/2012, Uniklinikum Gießen, Dr. Michael Eckhard).

 
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Mediasklerose

Ein Knöchel-Arm-Index größer als 1,4 spricht für das Vorliegen einer Mediasklerose, die häufig bei Diabetikern oder Dialysepatienten vorkommt.

Auch in diesen Fällen lässt sich bei charakteristischen Veränderungen der Pulsdruckkurven eine pAVK diagnostizieren.

Die Mediasklerose hat einen eigenen Krankheitswert!

 
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Aneurysma

Hierbei handelt es sich um einen Zufallsbefund, der die Vielseitigkeit diagnostischer Aussagen mit dem Vascassist demonstriert.

Der 64-jährige männliche Patient wurde routinemäßig auf PAVK untersucht. Auffällig war nur eine rechtsseitige Erniedrigung der Pulswellengeschwindigkeit.

Bei einer nachfolgenden Ultraschalluntersuchung der Bauch- und Beckenarterien konnte rechtsseitig eine geringe krankhafte Erweiterung der A. illiaca communis dargestellt werden.

Ob aufgrund dieser Beobachtung mit dem Vascassist eine zuverlässige Screening-Diagnostik für Aneurysmen der großen Gefäße gemacht werden kann, wird derzeit in einer Studie untersucht (Stand 04/2012, Klinikum Hanau, Dr. Simon Classen).

 
  pulsdruckkurve vascassist  
Pulsdruckkurven: Normalbefund

Neben der Vier-Quadranten-Darstellung der Messergebnisse für Knöchel-Arm-Index und Pulswellengeschwindigkeit zeigt das Messprotokoll des Vascassist auch die aufgezeichneten Pulsdruckkurven an. Diese geben zusätzliche Hinweise auf den arteriellen Status. Gerade bei unklaren Befunden kann damit eine eindeutige Bewertung erreicht werden.

Dargestellt werden die Druckkurven der vier Messmanschetten. Rot sind jeweils die Oberarmmessungen, blau die Knöchelkurven.

Da sich die pAVK zu 90% an den unteren Extremitäten abspielt, sind die blauen Knöchel-Kurven für die Suche nach Anzeichen für arterielle Stenosierung eher relevant.

Im Normalfall sind die blauen Knöchel-Kurven leicht höher als die roten Oberarm-Kurven, da der Blutdruck am Fuß etwa 10% über dem der Oberarme liegt.

Der Kurvenverlauf ist bei gesunden Gefäßen achsensymmetrisch, zeigt also eine relativ steile Anstiegsflanke, die dem Verlauf der jeweiligen Abstiegsflanke entspricht.

 

 
 

Pulsdruckkurven Vascassist

messung8

 
 

 

Pulsdruckkurven: arterielle Stenose der unteren Extremitäten

In der Auswertung dieses Messprotokolls fällt im Vergleich zur vorherigen Messung eines anderen Probanden sofort die eingeschränkte Höhe der blauen Knöchel-Kurven auf. Außerdem zeigen die blauen Kurven eine wesentlich langgezogenere Abstiegsflanke. Die Kurve wirkt dadurch zeitlich getreckt, flach und im Kurvenmaximum rundlich und weich ("Pulsus tardus, parvus, mollis").

Das gleiche Messprotokoll zeigt im Vier-Quadranten-Diagramm Messwerte, die bereits außerhalb des Normalbereichs liegen, aber noch nicht eindeutig im roten Bereich. Bei der herkömmlichen ABI-Messung mit dem Hand-Doppler als Screening-Untersuchung auf pAVK wäre in diesem Fall bei ABI-Werten zwischen 0,9 und 1,0 noch keine eindeutige pAVK-Diagnose gestellt worden. Der Vascassist zeigt hingegen sehr deutlich eine Gefäßanomalie im Sinne einer arteriellen Stenose in allen Diagrammteilen des Messprotokolls.

Der Vascassist reagiert damit offensichtlich sehr früh und sensibel auf Gefäßveränderungen. Dies macht ihn zum einzigartigen Messgerät dieser Art für ein flächendeckendes Früherkennungsprogramm!